Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

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by Andreas von der Heide :: Rate this Message:

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Hallo zusammen,
da ich auf meinen Beitrag eine private Email mit dem Tenor "dann geh doch
nach Drüben" bekommen habe (wieso hast Du sie nicht ans Forum gepostet?),
hier meine Antwort mit vielleicht allgemeinem Interesse.

Zur Klarstellung: ich habe der opengeodb als Freiwilliger bereits mehrmals
in relativ großen Mengen Daten zur Verfügung gestellt (Du auch?)

Wer die Diskussion verfolgt hat, wirst bemerkt haben, dass sich nach
Jesper's Angebot ausschließlich "kommerzielle Nutzer" gemeldet haben, von
denen viele mehr oder weniger offen angekündigt haben, auszusteigen, falls
die opengeodb unter eine Creative Common License gestellt wird. Sie
verfolgen damit - völlig legitim - ihre Interessen.

Ein nicht-kommerzieller Nutzer/Datenlieferant darf sein Interesse aber doch
wohl auch äußern oder etwa nicht? Warum soll er sich nicht zur Wort melden,
wenn ein Angebot kommt, die die Ortsdatenbank mit einem Schlag auf das mehr
als 10-fache unter einer für nicht-kommerzielle Anwendungen
akzeptablen/idealen Lizenz zu vergrößern?

Außerdem handelt es sich ja keineswegs um eine "Alles oder
nichts"-Alternative. Die Daten könnten ja in einen Public Domain-Teil
(Postleitzahlen und Orte bis hinunter zur Gemeinde/Stadt bzw.
Ortsteil/Stadtteil) und einen Creative Commons-Teil gesplittet werden. Der
Einzige "aus der Kommerziellen-Ecke" (ist überhaupt nicht böse gemeint), der
sich ernsthaft um einen Dialog/Kompromiss mit genealogy.net bemüht, scheint
mir Manuel zu sein (weil er nämlich mittlerweile weiß, wie der Hase in der
opengeodb läuft).

Im Übrigen stecken im Hintergrund von genealogy.net (so wie ich es sehe)
durchaus auch kommerzielle Interessen (nämlich Anbieter kommerzieller
Familienforschungs-Software). Ich bin mir daher keineswegs sicher, ob Jesper
sein Angebot "im Ernstfall" tatsächlich aufrecht erhalten kann oder ob
genealogy.net letztendlich doch einen Rückzieher machen würde/müßte.

Sollte es sich bei den verbliebenen opengeodbianern in der Mehrzahl um
Personen handeln, die ihre Mitarbeit letztendlich nach kommerziellen
Erwägungen ausrichten (und so sieht es für mich mittlerweile aus), werde ich
in der Tat aussteigen. Fakt ist, dass in den letzten Jahren eine Reihe mehr
oder weniger netter (kommerzieller) Web-Anwendungen auf opengeodb-Basis
entstanden sind, ohne dass die Datenlage in Bezug auf DACH entscheidend
verbessert worden wäre. Die opengeodb ist im Gegenteil von mehreren anderen
(freien) Projekten, z. B. dem GOV, wikipedia locker überholt worden. Was
bietet mir - zumal nach dem Ausstieg von Thomas - Anlass zur Hoffnung, dass
sich hieran in nächster Zeit etwas ändern wird?

Tschüß

Andreas


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Re: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Heinz-Josef Lücking-2 :: Rate this Message:

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Andreas von der Heide schrieb:
> Sollte es sich bei den verbliebenen opengeodbianern in der Mehrzahl um
> Personen handeln, die ihre Mitarbeit letztendlich nach kommerziellen
> Erwägungen ausrichten (und so sieht es für mich mittlerweile aus), werde ich
> in der Tat aussteigen.

Mitarbeit ist doch immer eine positive Sache. Ob nun kommerzielle
Interessen dahinterstehen, bleibt doch jedem selbst überlassen

< Fakt ist, dass in den letzten Jahren eine Reihe mehr
> oder weniger netter (kommerzieller) Web-Anwendungen auf opengeodb-Basis
> entstanden sind, ohne dass die Datenlage in Bezug auf DACH entscheidend
> verbessert worden wäre. Die opengeodb ist im Gegenteil von mehreren anderen
> (freien) Projekten, z. B. dem GOV, wikipedia locker überholt worden.

Zumindestens die Wikipedia bedient sich gerne der Arbeit anderer. (Siehe
   z.B.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Karten#Lage_von_Orten_in_Deutschland)
Die OpenGeoDb ist und war immer auch eine willkommene Quelle für die
Wikipedia. Es ist traurig, dass nichts von der Wikipedia zurückkam. Von
"locker" überholen kann da IMHO nicht die Rede sein.

Grüße, Heinz ( http://www.giswiki.de )

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AW: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Volker Hoff :: Rate this Message:

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> Wer die Diskussion verfolgt hat, wirst bemerkt haben, dass sich nach
> Jesper's Angebot ausschließlich "kommerzielle Nutzer" gemeldet haben, von
> denen viele mehr oder weniger offen angekündigt haben, auszusteigen, falls
> die opengeodb unter eine Creative Common License gestellt wird. Sie
> verfolgen damit - völlig legitim - ihre Interessen.
>

Zu denen gehöre ich auch. Ich war schlichtweg hellauf begeistert, als ich
erstmals von der opengeodb hörte, weil sie - auch und nicht zuletzt was die
kommerzielle Nutzbarkeit betrifft - nahezu genau dem entspricht, was ich
gesucht habe.

Natürlich beabsichtige ich, die opengeodb auch für Projekte einzusetzen, mit
denen ich Geld zu verdienen hoffe. Ich bin aber zum einen durchaus bereit,
meine Erfahrungen mit Schnittstellen und der Programmierung von Anwendungen
der opengeodb mit anderen zu teilen. Und zum anderen glaube ich einfach
nicht, dass dieses Veröffentlichen von Wissen oder die freie Verfügbarkeit
der opengeodb automatisch dazu führt, dass andere damit Geld verdienen (und
ich zu deren Handlanger werde).

Um mit Geodaten Geld zu verdienen bedarf es immer noch einer Idee, die sich
zwar der Geodaten bedienen kann, aber von sich aus überzeugen muss, Geld
dafür auszugeben. Das kommerzielle Element ist daher - finde ich - eher die
Idee denn die Daten.

Wir können keinen kommerziellen Anbieter daran hindern, die Daten der
opengeodb zu verwenden, um ein Konkurrenzprodukt aufzubauen oder zu
verbessern. Solche Konkurrenzprodukte gibt es schon in ausreichender Zahl.
Die nehmen Geld dafür, dass man ihre Daten (kommerziell) verwenden darf.

So gesehen arbeiten alle opengeodbler denen schon zu. Da ist es doch mal
ganz nett, das man davon in beliebiger Weise auch profitieren kann.

Ich verstehe Deine Bedenken. Vielleicht ist es tatsächlich angebracht, eine
nicht-kommerzielle Variante der opengeodb zu gründen. Das ist für mich kein
Streitthema sondern eher eine denkbare Entwicklung wie die Abkopplung des
Mozilla-Projektes von Netscape oder OpenOffice von Staroffice.
Da kann man durchaus voneinander profitieren und vor allem harmonisch
koexistieren ;-)

Ich kann - wie gesagt - Deinen Standpunkt sehr gut nachvollziehen. Und ich
verfolge nur in (kommerziellen) Teilen andere Interessen.

Das sollte doch kein unlösbares Problem sein.

Schönen Gruß aus Erkrath

Volker

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Re: AW: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Manuel Hoppe :: Rate this Message:

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Volker Hoff wrote:
[...]
> Ich verstehe Deine Bedenken. Vielleicht ist es tatsächlich angebracht, eine
> nicht-kommerzielle Variante der opengeodb zu gründen. Das ist für mich kein
> Streitthema sondern eher eine denkbare Entwicklung wie die Abkopplung des
> Mozilla-Projektes von Netscape oder OpenOffice von Staroffice.
> Da kann man durchaus voneinander profitieren und vor allem harmonisch
> koexistieren ;-)

Ich glaube, so hatte er es nicht gemeint. :-)

Ausserdem ist die OpenGeoDB schwer zu vergleichen mit OOo oder die
Mozilla-Abkömmlinge. Wenn wir eine Datenbasis wie Navteq hätten, dann
könnte man über so etwas nach denken. Dann ernenne ich mich zum CEO und
gebe mir einen genialen Titel (obwohl man glaube ich "Chief Lizard
Wrangler" nicht mehr toppen kann...).

Neeeeeee im ernst. Wir alle haben ein interesse daran, das das Projekt
weiter lebt!

Ich schätze mal das etwa 95% aller Benutzer die Daten für kommerzielle
Projekte nutzen. Das ist doch gut! Ohne Benutzer dümpeln die meisten
Projekte irgend wann in einen Zombie-Status (siehe diverse
SF-Projektseiten).

Es ist daher wichtig, das die Daten für alle frei bleiben.

Mein Wunsch ist es kurzfristig die Datenbasis dieses Projektes mit einer
oder mehreren anderen Daten zusammen zu bringen- warum die Arbeit
mehrfach machen?
Stattdessen kann man sich dann wirklich mal um die weiteren Dinge wie
Schnittstellen und Formate in diesem Projekt kümmern.

Ich bin kein Anwalt und ich kenne auch nicht die Tücken der einzelnen
Lizenzen. Bisher lief die OpenGeoDB als Public Domain. Ich denke in
Zukunft wird es wohl eher die GPL sein, oder gibts da gute Gründe gegen?


Bis dann,

Manuel
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Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Andreas von der Heide :: Rate this Message:

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Hallo zum letzten Mal,

da meine Vorstellung von Freiheit nicht so weit wie die von Thomas reicht,
möchte ich mich als Datenlieferant mit einem fröhlichen "Wer will auf Dauer
schon gerne der Dumme sein" von der opengeodb verabschieden.

Da ich mich nicht scheuen werde, die opengeodb weiterhin zu nutzen, erwarte
ich gespannt auf den angekündigten Boom bei Euch zu bekommender freier
Geodaten.

Für die Zukunft also schon aus reinem Selbstinteresse viel Spaß und Erfolg
(auch beim Geldverdienen)!

Tschüß

Andreas "der bis heute nicht weiß, wie die opengeodb tickt" von der Heide

Wilhelm-Raabe-Str. 63b
26131 Oldenburg
Email: vdheide@...


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Re: AW: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Heinz-Josef Lücking-2 :: Rate this Message:

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Manuel Hoppe schrieb:

> Ich bin kein Anwalt und ich kenne auch nicht die Tücken der einzelnen
> Lizenzen. Bisher lief die OpenGeoDB als Public Domain. Ich denke in
> Zukunft wird es wohl eher die GPL sein, oder gibts da gute Gründe gegen?

Laut sourceforge läuft die OpenGeoDB unter der "GNU Library or Lesser
General Public License (LGPL)"

http://sourceforge.net/projects/opengeodb/

Grüsse, Heinz ( http://www.giswiki.de )

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Re: Re: AW: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Manuel Hoppe :: Rate this Message:

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Heinz wrote:
> Manuel Hoppe schrieb:
>> Ich bin kein Anwalt und ich kenne auch nicht die Tücken der einzelnen
>> Lizenzen. Bisher lief die OpenGeoDB als Public Domain. Ich denke in
>> Zukunft wird es wohl eher die GPL sein, oder gibts da gute Gründe gegen?
> Laut sourceforge läuft die OpenGeoDB unter der "GNU Library or Lesser
> General Public License (LGPL)"
> http://sourceforge.net/projects/opengeodb/

Das weiss, ich habs so angeklickt. :-)

Aber die Datensätze an sich standen immer unter Public Domain. Nur
wollte ich nicht versehentlich etwas falsch Lizenzieren und habe zur
Sicherheit mal wie relativ restriktivere LGPL genommen.


Bis dann,

Manuel
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Re: Re: AW: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Peter Wendorff :: Rate this Message:

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Hi!
Wie sieht es denn von Seiten der gov.genealogy.net aus, was die
Möglichkeit der gesplitteten Lizenzen angeht?
Man kann schließlich den aktuellen Datenbestand als völlig frei laufen
lassen wie bisher die opengeodb, die Historischen Daten, die die
genealogy.net bereitstellt, für kommerzielle Anwender "sperren" - oder
liegt darin irgendein Problem?
Ich denke, die opengeodb kann jede Hilfe gebrauchen, und genealogy hätte
davon doch erstmal keinen Schaden.
mfg
Peter Wendorff
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Re: Re: AW: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Manuel Hoppe :: Rate this Message:

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Peter Wendorff wrote:
> Wie sieht es denn von Seiten der gov.genealogy.net aus, was die
> Möglichkeit der gesplitteten Lizenzen angeht?
[...]

Ich hoffe in ein bis zwei Wochen haben wir dazu eine definitive Aussage. :-)


Bis dann,

Manuel
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Re: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Martin Trautmann :: Rate this Message:

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On 19. Nov 2005, at 19:21, Andreas von der Heide wrote:
> Wer die Diskussion verfolgt hat, wirst bemerkt haben, dass sich nach
> Jesper's Angebot ausschließlich "kommerzielle Nutzer" gemeldet haben,

Das ist eben dein Missverstaendnis. Das ist einfach falsch,
Martin

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Re: Grundsatzdiskussion - Fusion mit gov.genealogy.net

by Jesper Zedlitz :: Rate this Message:

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Andreas von der Heide wrote:
> Außerdem handelt es sich ja keineswegs um eine "Alles oder
> nichts"-Alternative. Die Daten könnten ja in einen Public Domain-Teil
> (Postleitzahlen und Orte bis hinunter zur Gemeinde/Stadt bzw.
> Ortsteil/Stadtteil) und einen Creative Commons-Teil gesplittet werden.
>
Das wäre sicher eine gute Möglichkeit. Bei den aktuellen Informationen zu
Orten in Deutschland habe ich gar keine so großen Bedenken. Problematischer
sehe ich die Daten über die ehemals deutschen Gebiete, die heute zu Polen,
Rußland usw. gehören. Da weiß ich einige Leute/Firmen, die daran sehr großes
Interesse haben - gerade denen wollen wir die aufbereiteten Informationen
aber nicht überlassen.

> Im Übrigen stecken im Hintergrund von genealogy.net (so wie ich es sehe)
> durchaus auch kommerzielle Interessen
>
Nein, die Domain genealogy.net gehört dem gemeinnützigen "Verein für
Computergenealogie e.V." - schon wegen der Gemeinnützigkeit dürfen wir nicht
kommerziell sein. Dummerweise werden wir recht häufig mit einer
Genealogie-Firma verwechselt, die einen ähnlichen Namen hat.

Gruß
Jesper

--
 Jesper Zedlitz   eMail    : jesper@...
                  Homepage : http://www.zedlitz.de
                  ICQ#     : 23890711


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